Die Folgen eines unverschuldeten Verkehrsunfalls begleiten Beschädigte oft jahrelang. Neben körperlichen Verletzungen leiden Betroffene nicht selten unter Depressionen, Angstzuständen und Spätfolgen. Viele sind durch den Unfall berufs- oder arbeitsunfähig geworden und müssen mit Einschränkungen in ihrem täglichen Leben zurechtkommen. In diesem Beitrag erklären wir Ihnen, wie Sie Ihren Anspruch auf Schmerzensgeld geltend machen können, wem Schmerzensgeld zusteht und wie hoch dieses ausfallen kann.

Was ist Schmerzensgeld?

Schmerzensgeld wird als finanzieller Ausgleich bzw. Entschädigung für die Leiden verstanden, die Sie durch einen Unfall erlitten haben. Dabei kann es sich um körperliche Verletzungen, aber auch um psychische und seelische Verletzungen, wie zum Beispiel Depressionen oder Angstzustände sowie Einschränkungen im alltäglichen Leben handeln. Nachdem Ihr Anspruch auf Schmerzensgeld und die entsprechende Höhe geregelt wurden, ist der Unfallverursacher dazu verpflichtet Ihnen das Schmerzensgeld zu zahlen.

Wenn in Folge von Fremdeinwirken ein Schmerzensgeld beantragt wird muss der jeweilige Schaden und die Schmerzintensität selbstverständlich von einem Arzt diagnostiziert werden.

Wann Sie Schmerzensgeld einfordern können

Wenn Sie durch einen Verkehrsunfall beschädigt wurden – egal ob körperlich oder seelisch –, arbeitsunfähig geworden sind oder unter Folgeschäden leiden, können Sie ein Schmerzensgeld beantragen. Zu den meisten Schäden, die durch ein Schmerzensgeld ausgeglichen werden, gehören

  • Körperliche Leiden
  • Seelische Folgen, die Sie seit dem Unfall belasten
  • Chronische Leiden
  • Todesfälle
  • Pflegebedarf in Folge eines Unfalls

Dabei müssen Sie beweisen, dass Ihre Verletzungen oder Leiden die Folge des Unfalls sind, den Sie unverschuldet erlitten haben und dass der Unfallverursacher vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt hat. Von einer vorsätzlichen Handlung spricht man, wenn der Unfallverursacher bewusst gehandelt hat. Auch Alkohol- oder Drogenmissbrauch fallen unter vorsätzliches Handeln. In diesem Fall hat der Verursacher nämlich wissend und billigend in Kauf genommen, dass es durch seinen Einfluss von Drogen oder Alkohol zu einem Verkehrsunfall kommen kann. Unter fährlässigem Verhalten versteht man beispielsweise, dass der Unfallverursacher zwar leichtsinnig, aber nicht absichtlich gehandelt hat.

Wie hoch ist das Schmerzensgeld?

Die Höhe des Schmerzensgeldes hängt vom Schweregrad der Verletzung oder des entstandenen psychischen Schadens – wobei dieser selbstverständlich schwer zu messen und zu beurteilen ist. In diesem Zusammenhang spielt auch die sogenannte Eingriffsintensität eine entscheidende Rolle. Ist also ein Eingriff wie eine Operation notwendig, um den Gesundheitszustand des Beschädigten wiederherzustellen, kann dies den Betrag des Schmerzensgeldes erhöhen.

Auch mögliche Folgeschäden können das Schmerzensgeld in die Höhe treiben. Dies können zum Beispiel chronische Leiden, irreparable Schäden oder seelische Probleme, wie beispielsweise Angstzustände oder Depressionen in Folge eines Unfalls, sein.

Jedoch hängt die Höhe des Schmerzensgeldes nicht nur von Ihren Schäden als Unfallopfer ab, sondern auch von den Voraussetzungen des Unfallverursachers. So richtet sich das vom Unfallverursacher zu zahlende Schmerzensgeld einerseits nach dem Schuldausmaß, andererseits aber auch nach den finanziellen Verhältnissen des Schuldigen. Wie viel Schmerzensgeld Sie im Endeffekt bekommen, hängt von Ihrem individuellen Einzelfall ab.

Schmerzensgeld und die Frage nach der Schuld

Die Höhe des Schmerzensgelds hängt vom Ausmaß der Schuld ab. Hat der Unfallverursacher also vorsätzlich gehandelt, fällt das Schmerzensgeld deutlich höher aus. Handelt es sich aber um einen Unfall mit Nichtverschulden oder um einen geringfügigen Verstoß, können Sie nur kleine Summen erwarten.

Auch wenn der Unfallverursacher sich im Anschluss wenig kooperativ zeigt, also die Abwicklung der Klärung stört oder verzögert, kann sich dies zu Gunsten des Unfallopfers auf die Beurteilung des Falls und somit auf Berechnung des Schmerzensgeldes auswirken.

Schmerzensgeld als Genugtuung

Selbstverständlich kann kein Geld der Welt eine schwere Verletzung, Ängste und Spätfolgen ausgleichen. Doch oftmals wird ein Schmerzensgeld als Genugtuung gegenüber dem Unfallschuldigen angesehen. Denn dieser bzw. seine Versicherung ist dadurch verpflichtet, dem Unfallopfer seinen Schaden zu ersetzen – wenn auch nur finanziell.

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