Der Sachschaden ist bei einem Verkehrsunfall meist die kleinste Sorge. Doch oftmals entsteht zwischen beiden Parteien ein hitziger Streit darüber, ob ein Schadensersatz zu zahlen ist. In diesem Beitrag erklären wir Ihnen, wann Sie das Recht auf Schadensersatzleistungen, was diese beinhalten und wie hoch der Schadensersatz ausfallen kann.

Was bedeutet Schadensersatz?

Schadensersatz ist der Anspruch auf eine Entschädigung nach einem entstandenen Schaden, an dem der Anspruchsberechtigte nicht schuldig ist. Der Schadensersatz erfolgt meist in finanzieller Form oder in der Kostenübernahme bestimmter Leistungen nach dem Unfall. Die Leistung des Schadensersatzes soll dafür sorgen, den ursprünglichen Zustand des – in unserem Fall Fahrzeuges – wiederherzustellen oder die Kosten zu decken, die eine Wiederherstellung beansprucht. Damit Sie Schadensersatz einfordern können, dürfen Sie also keinesfalls eine Mitschuld am Verkehrsunfall haben. Außerdem muss bewiesen werden, dass der Unfall auch der tatsächliche Grund für den Schaden ist.

Für die Berechnung des Schadensersatzes werden meist diese Faktoren herangezogen:

  • Ausmaß des Schadens
  • Dauerschäden
  • Entstandende Kosten

Diese werden dann nach unterschiedlichen Methoden berücksichtigt, um eine angemessene Schadensersatzsumme zu bekommen.

Differenzmethode

Da wäre zum einen die Differenzmethode. Diese besteht aus einem Vergleich der theoretisch bestehenden Vermögenslage und der tatsächlich bestehenden Vermögenslage. Die Differenz definiert dann die Höhe des Schadensersatzes.

Konkrete Schadensberechnung

Bei einem exakt bestimmbaren Schaden, der durch Rechnungen und Belege, bewiesen werden kann, kann der Geschädigte die konkrete Summe einfordern.

Abstrakte Schadensberechnung

Ist eine konkrete Schadensberechnung nicht möglich, wird die Summe anhand der typischen Schäden errechnet. Ein Beispiel hierfür ist, wenn der Geschädigte sein Fahrzeug selbst reparieren möchte. In diesem Fall kann er als Schadensersatz die Summe bekommen, die die Reparatur in einer Werkstatt gekostet hätte.

Wann Ihnen ein Schadensersatz zusteht

Ihr Fahrzeug wurde bei einem Verkehrsunfall beschädigt und Sie trifft keine Schuld? Dann steht Ihnen in aller Regel ein Schadensersatz zu. In diesem Fall ist die Versicherung des Unfallverursachers dazu verpflichtet, die Reparaturkosten für Ihr Auto zu übernehmen. Darüber hinaus können Sie außerdem Schmerzensgeld beantragen – vorausgesetzt Sie haben vom Unfall körperliche oder psychische Leiden davongetragen. Informieren Sie sich zum Thema Schmerzensgeld in diesem Beitrag.

Auch die Kosten für einen Nutzungsausfall können von der gegnerischen Versicherung übernommen werden. Dieser Anspruch kann dann geltend gemacht werden, wenn Sie Ihr Fahrzeug während der Reparatur nicht nutzen können oder Sie währenddessen einen kostenpflichtigen Mietwagen in Anspruch nehmen müssen.

Wie bereits erwähnt, können Sie diese Leistungen nur beanspruchen, wenn Sie keine Schuld am Unfall tragen. Bei einer Mitschuld kann Ihnen nur ein Teilbetrag zugesprochen werden. Die Schuldfrage klärt in der Regel die Polizei, in einigen Ausnahmen auch das Gericht.

Wie hoch kann der Schadensersatz ausfallen?

Das Bürgerliche Gesetzbuch definiert die Höhe des Schadensersatzes wie folgt:


Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) § 249

Art und Umfang des Schadensersatzes

(1) Wer zum Schadensersatz verpflichtet ist, hat den Zustand herzustellen, der bestehen würde, wenn der zum Ersatz verpflichtende Umstand nicht eingetreten wäre.

(2) Ist wegen Verletzung einer Person oder wegen Beschädigung einer Sache Schadensersatz zu leisten, so kann der Gläubiger statt der Herstellung den dazu erforderlichen Geldbetrag verlangen.


In der Regel setzt sich die Summe des Schadensersatzes jedoch aus den Reparaturkosten, aufkommenden Kosten bei einem Nutzungsausfall sowie eventuellen Kosten bei einem Verdienstausfall zusammen. Ziel dabei ist, den Zustand wiederherzustellen, der vor dem Unfall geherrscht hat bzw. für die Kosten, die die Wiederherstellung beansprucht, aufzukommen.

Schadensersatz: Die Fristen

Grundsätzlich verfällt ein Anspruch auf Schadensersatz nach drei Jahren. Dabei beginnt die Verjährungsfrist erst am Ende des Jahres, an dem der Schaden ermittelt wurde. Wird der Unfallverursacher nicht sofort ermittelt, beginnt die Frist erst am Ende des Jahres, in dem der Schädiger bestimmt wird.

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