Laut einer Studie der Bundesnetzagentur erhalten Verbraucher in vielen Fällen nicht die Internet-Geschwindigkeit, die ihnen vertraglich zugesichert wurde. Welche Rechte Verbraucher dann haben, erfahren Sie hier.

Ihr Recht bei einer zu langsamen Internetverbindung

Wenn die Geschwindigkeit Ihres Internets von der im Vertrag vereinbarten Geschwindigkeit abweicht, haben Sie das Recht auf eine Preissenkung des monatlichen Beitrags oder auf eine sofortige Kündigung des Vertrages. Einige Anbieter bieten außerdem an, die Internetgeschwindigkeit zu erhöhen und somit das vorherige Defizit auszugleichen.

Internet-Geschwindigkeit prüfen: So geht’s

Die Geschwindigkeit Ihres Internetanschlusses messen Sie über einen Speedtest. Dieser ist für Sie völlig kostenlos und liefert bereits nach wenigen Sekunden ein aussagekräftiges Ergebnis. Einige Internetanbieter bieten einen eigenen Speedtest an, der aber oftmals kein verlässliches Ergebnis anzeigt. Die einzige offizielle Messung der Internetgeschwindigkeit ist nur auf folgender Website möglich: www.breitbandmessung.de. Nutzen Sie deshalb diesen Speedtest, um ein gültiges und offizielle anerkanntes Ergebnis zu erhalten.

Schließen Sie für den Speedtest Ihren Computer über das LAN-Kabel an den Router an und verbinden Sie Ihren Computer mit dem Internet. Nehmen Sie mindestens fünf Messungen vor und notieren Sie die Ergebnisse oder machen Sie entsprechende Screenshots. Für aussagekräftige Ergebnisse sollten Sie die Internet-Geschwindigkeit an mehreren (mindestens zwei) Tagen und zu unterschiedlichen Tageszeiten messen.

Bereits ab einer Abweichung von 10 % von der vereinbarten Internet-Geschwindigkeit liegt laut EU-Verordnung ein Vertragsverstoß vor. Dabei kommt es nicht darauf an, ob es sich bei der Störung um eine temporäre oder eine regelmäßige Beeinträchtigung der Internetnutzung kommt.

Internet zu langsam? So setzen Sie Ihr Recht beim Internetanbieter durch

Wenn Ihre Internet-Geschwindigkeit 10 % oder mehr von der vertraglich geregelten Geschwindigkeit abweicht, sollten Sie den Internetanbieter kontaktieren. Setzen Sie diesem eine Frist von 14 Tagen, um die Leistung zu verbessern und Ihnen eine Entschädigung zukommen zu lassen. Am besten fügen Sie Ihrer E-Mail oder Ihrem Schreiben an den Internetanbieter das Ergebnis des Speedtests bei.

In Ihrem Schreiben sollten Sie dem Anbieter darauf hinweisen, dass Sie die monatliche Rate mindern werden, sollte sich die Geschwindigkeit nicht gemäß des Vertrags steigern.

Wann kann ich den Vertrag auflösen?

Wenn der Internetanbieter trotz Aufforderung die zu geringe Geschwindigkeit nicht erhöht, können Sie von Ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen. Eine Vertragsauflösung ist möglich, wenn eine Abweichung der vereinbarten und tatsächlichen Geschwindigkeit der Internetverbindung vorliegt. Laut EU-Verordnung besteht diese, wie bereits erwähnt, bei einer 10 %-igen Abweichung.