Wer kennt es nicht? Kaum ist das begehrte Teil aus dem Onlineshop bei einem angekommen, ist die beiliegende Rechnung schnell vergessen. Kurze Zeit später flattert dann die erste Mahnung ins Haus, die zusätzlich zum Kaufpreis auch noch Mahngebühren auflistet. Doch sind Sie als Verbraucher verpflichtet diese auch zu zahlen bzw. darf der Gläubiger überhaupt Mahngebühren berechnen? Wir sagen es Ihnen.

Sind Mahngebühren rechtens?

Nein, Mahngebühren sind unzulässig und Sie müssen nur die tatsächlichen Kosten einer Mahnung zahlen.

Viele Einzelhändler oder Onlineshop rechnen aber damit, dass Verbraucher die Mahngebühren zahlen, aus Angst vor weiteren Zahlungen oder größeren Konsequenzen. Dass aber schon Mahnkosten von 2,50 Euro zu hoch sind ist auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs gegründet.

Muss man Mahngebühren bezahlen?

Wie bereits erwähnt, ist die Forderung von Mahnpauschalen unzulässig. Wenn Sie die Mahngebühren also nicht zahlen, müssen Sie nicht Konsequenzen wie einer schlechten Bewertung bei der Schufa fürchten. Haben Sie die Mahnkosten bereits gezahlt, können Sie diese sogar zurückfordern - und zwar bis zu drei Jahre rückwirkend.

Zahlungsfristen für Rechnungen

Prinzipiell gilt, dass die Zahlungsfrist immer zwischen dem Anbieter und Käufer eines Produkts oder einer Dienstleistung individuell geregelt werden sollte. Jedoch muss die Zahlungsfrist angemessen sein. Ist sie dies nicht, ist die Zahlungsfrist unwirksam, der Käufer muss sich nicht daran halten bzw. gerät nicht direkt in Zahlungsverzug.

Rechnungen, in denen die Zahlungsfrist innerhalb der nächsten 14 Tage liegt, sind zulässig. Enthalten Rechnungen aber die Klausel „sofort nach Lieferung zahlbar“ ist dies unwirksam.

Auch wenn das Fälligkeitsdatum für die Zahlung bereits in der Rechnung festgelegt ist, kann und sollte eine Mahnung ausgestellt werden. Wie immer gibt es hier aber eine Ausnahme: Steht in der Rechnung ausdrücklich geschrieben, dass der Käufer bzw. der Verbraucher 30 Tage nach Ablauf der Zahlungsfrist in Verzug gerät, ist keine Mahnung erforderlich.

Wie hoch dürfen die Mahngebühren sein?

Die Höhe von Mahngebühren ist gesetzlich nicht begrenzt. Jedoch wurden in einigen Urteil Mahngebühren begrenzt und diese Richtwerte können auch auf andere Fälle übertragen werden. Generell gilt, dass der Schädiger keine Kosten verlangen darf, die höher als der zu erwartende Schaden sind. So darf er nur jene Kosten verlangen, die bei der Mahnung tatsächlich angefallen sind. Dabei ist es dem Gläubiger aber nicht erlaubt Verwaltungskosten zu berechnen, sondern nur die Kosten von Porto und Papier im Rahmen der Mahnpauschale zu fordern. Aus diesem Grund kommt es nicht selten vor, dass die Mahnkosten bei nur wenigen Euro liegen.

Wir machen in Sachen Mahngebühren eine kurze Pause.
Bald können Sie wieder Ihre Mahnungen einreichen und sich auf Ihre Sofort-Erstattung freuen!