Eine Falschberatung durch Banken und Sparkassen kann teuer werden. Versteckte Kosten oder Risiken, die von Deinem Finanzberater verschwiegen wurden, können ein böses Erwachen bedeuten. In diesem Beitrag erklären wir Dir, wann eine Falschberatung vorliegt und wie Du dagegen vorgehen kannst.

Wann liegt eine Falschberatung vor?

Damit Du eine Beschwerde über eine Falschberatung einreichen kannst, muss zunächst einmal eine Beratung stattgefunden haben. Nicht jedes Gespräch mit einem Finanzberater ist gleich eine Beratung. Hat Dir der Berater jedoch Tipps und Empfehlungen gegeben, kann man von einem Beratungsgespräch ausgehen.

Eine falsche Beratung liegt dann vor, wenn der Berater Dir keine Fragen zu Deiner aktuellen persönlichen und wirtschaftlichen Situation gestellt, sich nicht über Deine Wünsche und Ziele informiert und Dich nicht über mögliche Risiken in Kenntnis gesetzt hat. War Dir das Risiko jedoch bereits bei Vertragsschluss bekannt, kannst Du keinen Schadensersatz aufgrund einer Falschberatung einklagen.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass eine Falschberatung dann vorliegt, wenn der Berater seine Aufklärungspflicht nicht wahrgenommen hat und dadurch ein Schaden für den Kunden entstanden ist.

Falschberatung durch Banken und Sparkassen

Von einer Falschberatung durch eine Bank oder Sparkasse spricht man, wenn die Normen des Wertpapierhandelsgesetztes (WpHG) nicht eingehalten wurden. Demzufolge muss die Beratung eindeutig sein und darf den Kunden keinesfalls in die Irre führen.

Außerdem liegt eine schlechte bzw. falsche Beratung vor, wenn während der Beratung kein Beratungsprotokoll angefertigt wird, dass dem Kunden im Anschluss an das Gespräch ausgehändigt wird.

Gemäß § 31 Abs. 5 WpHG sind Banken und Sparkassen dazu verpflichtet, sich über die Kenntnisse der Kunden bezüglich ihrer Geschäfte mit Finanzinstrumenten zu erkundigen. Nur so kann der Berater seinem Kunden Finanzprodukte empfehlen, die für ihn angemessen sind. In diesem Zusammenhang ist der Finanzberater außerdem verpflichtet seinen Kunden über mögliche Risiken aufzuklären.

Je nach Erfahrung mit Finanzprodukten werden Kunden in verschiedene Risikoklassen eingeordnet. Diese regeln, welche Produkte dem Kunden empfohlen werden dürfen.

Schadensersatz wegen Falschberatung

Bei einer Klage auf Schadensersatz sind einige Faktoren zu beachten. Zum einen kommt es darauf an, welche Ziele und welche Risikobereitschaft seitens des Kunden während der Beratung vorlag. Wie bereits erwähnt, werden Kunden anhand ihrer Vorerfahrungen mit Finanzprodukten in Risikoklassen unterteilt. Dementsprechend dürfen eher risikoscheuen Kunden keine spekulativen Produkte empfohlen und verkauft werden. Dies gilt insbesondere für Produkte zugunsten der Altersvorsorge.

Der BGH regelt, dass Finanzberater ihren Kunden ausschließlich Produkte empfehlen dürfen, die ihren Anlagezielen gerecht werden. Dabei müssen sie sowohl die Risikobereitschaft als auch die Vorerfahrungen ihrer Kunden berücksichtigen.

Wenn Du wegen einer Falschberatung Schadensersatz einfordern möchtest, bist Du in der Beweispflicht. Du must beweisen, dass Dein Berater Dir wichtige Informationen vorenthalten, Dich nicht über Risiken informiert oder Dir wissentlich unpassende Finanzprodukte verkauft hat durch die Du nun einen Schaden erlitten hast.

Um den Antrag auf Schadensersatz geltend zu machen, hast Du drei Jahre Zeit. Die Verjährungsfrist beginnt mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem Du von der Falschberatung erfahren hast. Hat Deine Bank oder Sparkasse jedoch wissentlich gegen die Vereinbarungen und Pflichten aus dem Beratungsvertrag verstoßen, besteht eine Verjährungsfrist von zehn Jahren.