Privatpatienten sind gezwungen für eine Behandlung in Vorkasse zu gehen. Doch leider müssen sie sich im Anschluss mit ihrer Krankenversicherung auseinandersetzen, da diese die Rechnung gar nicht oder nicht vollständig übernimmt. Grund dafür sind fehlerhafte Arztrechnungen, die entweder nicht vollständig sind oder aber Leistungen aufführen, die der Patient gar nicht erhalten hat. Was Sie tun können, wenn Sie eine fehlerhafte Arztrechnung bekommen haben und wie sie diese erkennen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Was kann man gegen falsche Arztrechnungen machen?

Wenn es darum geht falsche Abrechnungen zu vermeiden, ist der Kostenvoranschlag eine gute Lösung. Verlangen Sie vor der Behandlung einen Kostenvoranschlag Ihres Arztes und reichen Sie diesen schon jetzt bei der Privatkrankenversicherung ein. Dadurch haben Sie zwei Vorteile: Zum einen bekommen Sie vor der Behandlung eine Zusage der Kostenübernahme von Ihrer Krankenversicherung und zum anderen haben Sie einen Überblick über die Kosten, die Sie selbst zu zahlen haben.

Nach der Behandlung sollten Sie die Arztrechnung erneut prüfen. Tauchen unerwartete und nicht vereinbarte Posten auf? Überprüfen Sie außerdem ob die aufgelisteten Posten auch tatsächlich vom Arzt erbracht wurden.

Wie erkenne ich fehlerhafte Arztrechnungen?

Laut der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) müssen Patienten eine Arztrechnung erst dann zahlen, wenn diese fehlerfrei ist. Dementsprechend muss eine korrekte Rechnung folgendes enthalten:

  • Datum der Leistungserbringung
  • Gebührennummer, Bezeichnung der einzelnen Leistungen
  • Steigerungssatz und der sich daraus ergebende Betrag für die einzelnen Leistungen
  • Ggfs. Kosten für Wegegelde oder Reiseentschädigungen
  • Betrag und Art der Auslage beim Auslagenersatz (z. B. Arzneimittel)

Ist einer dieser Punkt nicht in der Rechnung aufgeführt, können Sie davon ausgehen, dass diese fehlerhaft ist. In diesem Fall können Sie die Zahlung der Rechnung verweigern.

Nicht selten wird eine Arztrechnung auch für die falsche Person ausgestellt. Denn nicht immer muss der Patient, der die Rechnung bekommt auch derjenige sein, der die Behandlung bekommen hat. Häufig werden Rechnungen so an Kinder oder Jugendliche ausgestellt, die jedoch noch nicht geschäftsfähig sind. In einem solchen Fall verliert die Rechnung ihre Gültigkeit und kann im Zweifel nicht beglichen werden.

Fehlerhafte Rechnung: Was kann ich tun?

Haben Sie als Privatpatient eine fehlerhafte Rechnung erhalten, sollten Sie sich zunächst an den Arzt oder das Krankenhaus wenden und um eine Rechnungskorrektur bitten. Stoßen Sie mit Ihrer Bitte auf taube Ohren, können Sie sich an das Beschwerdemanagement des Krankenhauses oder direkt an die Landesärztekammer wenden. In jedem Fall sollten Sie aber bei einer fehlerhaften Rechnung zunächst nur den unstrittigen Betrag überweisen und sich darum bemühen, die unklaren Posten aufzuklären oder eine korrigierte Rechnung zu bekommen.