Alles, was Du über die Oldtimer Versicherung wissen musst

Jede einzelne Autofahrt mit einem Oldtimer bringt so viele großartige Emotionen und oft auch Erinnerungen ins Spiel. Raus ins Abenteuer, den Alltag vergessen und die Ausfahrt mit dem vierrädrigen Liebling einfach nur genießen.

Mit dem Alter eines Fahrzeugs steigt aber nicht nur sein Wert, sondern auch die eventuell damit verbundenen Kosten. Ersatzteile werden immer schwieriger zu besorgen, Reparaturen müssen von fachmännischen Händen durchgeführt werden. Da die Wagen stets gut gepflegt sind, will man natürlich auch im Falle eines Unfalls abgesichert sein.

Was es alles zu diesem Thema Wichtiges zu wissen gibt, erfährst Du nun.

Ab wann kann man eine Oldtimer Versicherung nutzen?

Grundsätzlich gelten Wagen mit einem Alter von 20 bis 30 Jahren als Youngtimer und erst darüber hinaus als Oldtimer. Verschiedene Versicherungsanstalten geben jedoch bereits ab einem Fahrzeugalter von 25 Jahren die Möglichkeit, einen speziellen Oldtimer-Tarif abzuschließen. Auch für nicht zugelassene Fahrzeuge werden dabei Lösungen gefunden, so versprechen es die Versicherer.

Wichtig ist für Dich dabei, dass die Wertsteigerung des Fahrzeugs gut abgedeckt ist. Am besten handelt es sich dabei um eine beitragsfreie Vorsorgedeckung. In der Regel beträgt diese 20 Prozent des Fahrzeugwertes.

Wie definiert man einen Oldtimer?

Unter Autoliebhabern gilt ein Wagen mit einem Alter von 30 Jahren als Oldtimer. Versicherungstechnisch ist ein Wagen mit 20 Jahren schon ein Oldtimer. 30 Jahre gelten hier für Motorräder. Darüber hinaus müssen folgende Faktoren allesamt erfüllt sein:

  • Das KFZ wird ausschließlich privat genutzt.
  • Sämtliche Fahrer überschreiben ein bestimmtes Alter (wird meist individuell festgelegt, Fahranfänger bzw. junge Fahrer sind in der Regel nicht zugelassen).
  • Der Wagen darf nicht das Alltagsfahrzeug sein. In der Regel musst Du belegen, dass es im Haushalt noch ein anderes Auto gibt.
  • Jährlich dürfen zwischen 6.000 und 9.000 Kilometer nicht überschritten werden, die genaue Anzahl wird vom Anbieter individuell festgelegt.
  • Ausschließlich Fahrzeuge in einem gut erhaltenen Originalzustand werden angenommen.
  • Oldtimer dürfen nicht auf der Straße geparkt werden. Du musst ihn in einer Garage aufbewahren.

Anhand dieser Faktoren wird vom Versicherungsanbieter zudem ein Wert bestimmt. Denn es muss schließlich eine Deckungssumme vereinbart werden und da Oldtimer stets individuell versichert werden, variiert diese stark. Überschreitet die Wertermittlung einen gewissen Betrag (dieser variiert von einer Versicherungsanstalt zur nächsten), musst Du ein ausführliches Wertgutachten einreichen.

Wie ermittelt man den Wert eines Oldtimers?

Es erfolgt ein fünfstufiges Notensystem, nach dem der Wert eingestuft wird:

  1. Makellos = keine technischen und optischen Mängel, Historie ist lückenlos
  2. Guter Zustand = leichte Gebrauchsspuren, das Fahrzeug ist im Originalzustand und fachgerecht restauriert
  3. Gebrauchter Zustand = kleinere Mängel, das Gefährt ist vollständig fahrbereit und besitzt keine Durchrostungen
  4. Verbrauchter Zustand = der Oldtimer ist nur bedingt fahrbereit, es bestehen Durchrostungen, Teile fehlen entweder oder sind defekt, Restaurierungen wären nötig, sind aber durchführbar
  5. Restaurationsbedürftiger Zustand = das Fahrzeug ist nicht fahrbereit und muss erst repariert werden, was mit hohen Kosten verbunden wäre

Wie werden die Kosten der Oldtimer Versicherung ermittelt?

Es kommt darauf an, ob es sich um die gesetzlich vorgeschriebene Haftpflichtversicherung, Teil- oder Vollkasko handelt. Hier findest Du einen Überblick über die durchschnittlichen Versicherungsprämien:

Fahrzeugalter

Gesetzliche Haftpflicht

Teilkasko

Vollkasko

20 bis 29 Jahre

110 Euro

75 Euro

150 Euro

30 bis 44 Jahre

65 Euro

47 Euro

142 Euro

45 Jahre aufwärts

55 Euro

50 Euro

136 Euro

 

Versicherungsanstalten kalkulieren für Oldtimer stets spezielle Prämien. Dabei gilt die Faustregel: Je weniger der Wagen bewegt wird, umso geringer auch die Beitragshöhe. Auch eine Garage, die Instandhaltung Deinerseits sowie das Alter wirken sich auf die genaue Prämie aus.

Hole am besten bei mehreren Anbietern ein Angebot ein und vergleiche diese dann gegenseitig. Du wirst überrascht sein, wie stark die genauen Preise variieren können.

Bedenke bei der Auswahl der genauen Prämie, dass nicht jede Zusatzleistung aus Teil- oder Vollkasko Sinn für Dich macht. Wenn Du den Oldtimer zum Beispiel nur zu Ausstellungen fährst, reicht die reine Haftpflicht. Machst Du häufiger einen Ausflug damit, solltest Du darauf achten, dass das Fahrzeug im Fall der Fälle auch gegen Unfälle über Haarwild abgesichert ist.

Gibt es Versicherungsleistungen, die darüber hinaus sinnvoll wären?

Abhängig davon, ob der jeweilige Versicherungsanbieter diese auch in seinem Produktkatalog führt, gibt es zumindest drei zusätzliche Leistungen, die für Dich unter Umständen sinnvoll sind.

  1. Allgefahrendeckung: deckt Fahrzeugschäden unabhängig von deren Ursache ab
  2. Schutzbrief: bei der Pannenhilfe kommt ein auf Oldtimer spezialisierter Betrieb zum Einsatz
  3. Wiederherstellungspolicen: versichert restaurierte Oldies vollständig

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Gilt eine Oldtimer Versicherung nur mit einem H-Kennzeichen?

Ein H-Kennzeichen (Saisonkennzeichen) ist nicht zwingend vorgeschrieben. Du darfst auch ein Standard-, Saison-, Wechsel- oder sogar ein rotes 07er-Kennzeichen für den Wagen besitzen.

Entscheidest Du Dich für dieses Kennzeichen, bezahlst Du eine pauschale Steuer in Höhe von 191,73 Euro. Diese gilt gleichermaßen für PKWs, als auch LKWs, mehrspurige Motorfahrzeuge und Anhänger.

Einzig für Motorräder gilt ein anderer Pauschalsteuersatz, und zwar 46,02 Euro.

Relevant wird das H-Kennzeichen für Dich daher insbesondere, wenn Du ein Dieselfahrzeug, einen Oldtimer ohne Katalysator ab 700 ccm oder Motorräder ab einem Hubraum von 600 ccm fährst.

Vorteile

  • Gilt als Saisonkennzeichen und eignet sich insbesondere für Besitzer, die ihr Fahrzeug nur wenige Monate im Jahr benutzen.
  • Es werden nur anteilig für die genutzte Zeit Steuern und Versicherungsprämien bezahlt.

Nachteile

  • Außerhalb der Versicherungs-/Nutzungszeiten muss das Fahrzeug auf einem Privatgelände abgestellt werden.
  • Es muss eine Verkehrstauglichkeit durch eine spezielle Prüforganisation festgestellt werden. 

 

In welchen Fällen lohnt sich das H-Kennzeichen nicht?

Viele Fahrzeuge mit einem Baujahr um die Jahre 1995/2000 herum besitzen einen G-Kat und erreichen daher die Euro-2-Abgasnorm. Für diese lohnt sich das H-Kennzeichen in der Regel nicht, da eine herkömmliche Versicherung günstiger kommt, teils sogar selbst mit Vollkasko.

Außerdem sind auch Oldtimer mit kleinvolumigen Benzinmotoren oftmals günstiger in der Regelbesteuerung.

Wann lohnt sich ein Wechselkennzeichen?

Es ist zulässig, entweder zwei Oldtimer oder auch einen Oldtimer und ein normales PKW mit einem Wechselkennzeichen anzumelden. Dabei musst Du dann für beide Fahrzeuge die volle Höhe an Versicherungsprämien entrichten. Es gilt in erster Linie zu prüfen, ob eine spezielle Oldtimerversicherung erstens einen besonderen Nutzen hätte und zweitens teurer käme. Dann lohnt sich ein Wechselkennzeichen unter Umständen.