Was Du über KFZ-Versicherungen unbedingt wissen musst

Keine andere Versicherung ist für Autofahrer so essenziell wie die KFZ-Versicherung. Sie bestimmt im Fall von Unfällen und sonstigen Schäden durch Dritte, wer dafür aufkommen muss. Und dass das unglaublich wichtig ist, zeigt sich spätestens bei den kleinsten Reparaturen, die schon hunderte von Euros ausmachen. Wusstest Du zum Beispiel, dass ein einzelner Kratzer im Lack rund tausend Euro kosten kann? 

Da der Schaden dazu führt, dass Sauerstoff an das Metall darunter gelangt und dieses dadurch schneller rostet, muss er möglichst schnell repariert werden. Das geht mit Glück durch einen speziellen Stift, in den meisten Fällen braucht es aber eine Politur oder eine ganz neue Lackierung!

Du siehst also: Es macht tatsächlich einen Unterschied, ob Du Dich bei der gesetzlich vorgeschriebenen KFZ-Haftpflichtversicherung für Teil- oder Vollkasko entscheidest.

Was es sonst noch Wichtiges zu diesem Thema zu wissen gibt, erfährst Du nun.

Was ist der Unterschied zwischen Vollkasko und Teilkasko?

Während die Teilkasko Schäden am Auto deckt, die durch äußere Einflüsse zustandekommen, greift die Vollkasko zusätzlich bei Schäden aus Eigenursache. Außerdem sichert Dich die Vollkaskoversicherung gegen Vandalismus Dritter ab.

Teilkasko

  • Kabelschaden durch z.B. Marder
  • Lawinenschaden
  • Einbruch & Diebstahl
  • Steinschlag auf Scheide
  • Schaden durch Wildtiere
  • Höhere Gewalt (Sturm, Hagel, …)

Vollkasko

  • Alle Teilkasko Bereiche
  • Schäden beim Ein- und Ausparken
  • Auffahrunfall durch Eigenverschulden
  • Unfall durch Eigenverschulden
  • Vandalismus

Welche Kfz-Versicherung brauchen Fahranfänger?

Für einen Zeitraum von zwei Jahren giltst Du, sobald Du das erste Mal einen Führerschein der Klasse B erhalten hast, als Fahranfänger. Daher bezeichnet man sie auch als Probezeit, zumindest im Straßenverkehrsgesetz.

Die meisten Versicherungen rechnen außerdem Fahranfängern, die zwischen 18 und 24 Jahre alt sind, ein höheres Risiko an. Verschiedenen Statistiken zufolge passieren allen Personen, die sich nach diesen Faktoren eingrenzen lassen, die häufigsten Verkehrsunfälle. Bist auch Du hiervon betroffen, bedeutet das für Dich höhere Versicherungskosten. Diese variieren aber von einer Versicherungsanstalt zur nächsten. Daher solltest Du Dir die Konditionen näher anschauen und sie miteinander vergleichen.

Faktoren, wie begleitetes Fahren (also der „Führerschein mit 17“), sogenannte Schadenfreiheitsrabatte und Fahrzeuge mit niedrigen Typklassen können die Versicherungsbeiträge auch für Fahranfänger niedrig halten. Generell solltest Du aber Ausschau nach der SF-Klasse 44 halten, denn die ist für Anfänger am günstigsten.

Wie berechnet sich die Schadensfreiheitsklasse?

Wer seinen Führerschein frisch erhalten hat, wird in der Schadenfreiheitsklasse 0 eingestuft. Die Null steht hierbei für die null schadenfrei gefahrenen Jahre. Logisch: Du kannst noch gar keine andere Jahreszahl erhalten, da es noch keine vollständigen Jahre mit Führerschein gibt.

Auch sonst musst Du immer rechnen, wie viele Jahre du unfallfrei gefahren bist und schon hast Du die SF-Klasse berechnet.

Die höchste Klassifizierung ist die SF-50. Die genauen Beitragssätze nach der SF-Klasse variieren unter Umständen von einer Versicherungsanstalt zur nächsten. 

Wer ist als Fahrer versichert?

Ein sehr wichtiger Punkt in Deiner KFZ-Versicherung ist der sogenannte Fahrerkreis. Dieser legt fest, welche Personen mit Deinem Auto fahren dürfen und gleichzeitig auch von der Versicherung im Schadensfall geschützt sind.

Würde jemand Dein KFZ bewegen, der darin nicht inbegriffen ist und kommt es zu einem Unfall, steigt die Versicherung aus. Wenn Ihr Glück habt, verfügt der Fahrer über eine entsprechende Haftpflichtversicherung, die hier dann einspringt. Andernfalls bleibst Du auf den entstandenen Kosten sitzen.

Indem Du als Versicherungsnehmer die besagten Personen festlegst, werden diese im Vertrag aufgenommen. Natürlich ist es jederzeit möglich, berechtigte Fahrer aus der Versicherung streichen zu lassen. Sollte es zu so einer Änderung kommen, musst Du Deiner Versicherung umgehend Bescheid geben.

Generell wird beim Fahrerkreis in drei Kategorien unterteilt:

  • Enger Fahrerkreis (personalisierter Fahrerkreis): Du legst in Zugehörigkeit zu Deiner Person fest, wer das KFZ bewegen darf. Das können Ehegatten, Lebenspartner, volljährige Kinder oder auch Eltern sein.
  • Erweiterter Fahrerkreis (abstrakter Fahrerkreis): Du bestimmst anhand von groben Eingrenzungen, wer in den Fahrerkreis fällt, beispielsweise anhand eines Alters. So stellst Du sicher, dass Dein KFZ auch später an Bekannte verliehen werden kann.
  • Offener Fahrerkreis (unbestimmter Fahrerkreis)

Selbstredend wirkt sich der Fahrerkreis je nach den drei vorgenannten Kategorien auf die Versicherungsprämie aus.

Sonderfall Regress: bei grober Fahrlässigkeit schaltet sich Deine Versicherung ein

Sollte eine Person Dein KFZ bewegen, die nicht zum Fahrerkreis gehört und dabei einen Unfall haben, schaltet sich unter Umständen Deine Versicherung ein, um Dir zu helfen. 

Das ist insbesondere bei grober Fahrlässigkeit der Fall. Dazu zählen zum Beispiel Trunkenheit am Steuer oder das Überfahren einer roten Ampel.

Hier kann die Person in den Regress genommen werden und so zur Zahlung des Schadens gezwungen werden. Je nach Situation kann es dann sein, dass Dir die volle Schadenssumme ersetzt wird.

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Gilt die Kfz-Versicherung auch im Ausland zu jeder Zeit?

Grundsätzlich bist Du durch Deine KFZ-Haftpflichtversicherung innerhalb der EU abgesichert. Und zwar bis zur vereinbarten Deckungssumme. Außerhalb dieser Grenzen muss das Zielland auf der sogenannten Grünen Karte eingetragen sein. 

Wichtig: Das Land darf auf der Grünen Karte nicht durchgestrichen sein! Andernfalls musst Du den Geltungsbereich der Versicherung zuvor noch erweitern lassen.

Was ist die Grüne Karte?

Sie ist der Nachweis Deiner KFZ-Versicherung, der in allen europäischen Ländern Gültigkeit hat. Deine Versicherung ist dazu verpflichtet, Dir eine solche kostenfrei auszustellen. 

Zwar wird sie nach geltendem Recht auch innerhalb der EU benötigt, aber die Erfahrung zeigt, dass sie hier nicht mehr erforderlich ist. Denn hier greifen die Behörden im Ernstfall auf das Autokennzeichen zurück, um einen Versicherungsnachweis einzuholen.

Spezielle Schutzpakete für das Ausland

Trotz allem bieten Versicherungsanstalten spezielle Schutzpakete für das Ausland an. Diese beziehen sich in erster Linie auf unverschuldete Unfälle.

Je nach Zielland können diese Zusatzleistungen aber wichtig für Dich sein. So gilt in Deutschland zum Beispiel durch den Gesetzgeber eine Mindestdeckung von bis zu 7,5 Mio. Euro für Personen-, und bis zu 1,22 Mio. Euro für Sachschäden. In anderen Ländern können diese Summen deutlich niedriger ausfallen, was Dir einen finanziellen Nachteil einbringt. Denn das führt dazu, dass der Unfallverursacher weniger Geld an Dich bezahlen muss, als es hierzulande der Fall wäre. Bei einem entsprechenden Schutzpaket gleicht die Versicherung diese Differenz aus.

Es gibt aber auch Pakete, die sich ähnlich der Teil- und Vollkaskoversicherung zusätzlichen Schäden widmen, die im Ausland entstehen können. Auch hier gilt daher: Vergleiche die Konditionen unbedingt vor Vertragsabschluss!