Fonds als Anlagevermögen – das solltest Du dazu wissen

Eigentlich handelt es sich beim Fonds um ein sehr altes Prinzip. Es sind mehrere Aktien, die zu einem großen Paket zusammengeschnürt werden. Hierbei setzt Du als Anleger allerdings nicht auf ein einzelnes Unternehmen, sondern profitierst von einem großen Topf.

Stell Dir vor, Anleger würden ausschließlich in die Aktien eines einzigen Unternehmens investieren. Sie könnten Glück haben, das Geschäft könnte boomen und so springt am Ende ein großer Gewinn heraus. Haben die Anleger jedoch Pech, sinkt der Kurs tief in den Keller und sie haben ihr gesamtes Investment verloren.

Gleichzeitig ist es aber für eine Privatperson ungemein schwierig, eine ganze Branche im Blick zu behalten, um die richtigen Aktien zu kaufen. Außerdem hat nicht jeder die finanziellen Mitteln, gleich hunderte oder gar tausende von Aktien zu akquirieren. Aus diesem Grund haben sich Aktienfonds etabliert.

Mehrere Anleger geben ihre Gelder in einen gemeinsamen Topf und kaufen davon breit gestreut Aktien, üblicherweise innerhalb einer festen Branche. Im Anschluss wird jeder entsprechend seinem Anteil beteiligt. Verwaltet wird dieser Fonds durch einen Fondsmanager. Er behält die Sache im Blick und kommt der Aufgabe nach, den Wert des Fonds zu erhöhen. Dadurch erhält er auch von jedem Anleger einen festen Betrag, der prozentuell vom Gewinn abgezweigt wird. In der Regel handelt es sich dabei um zwei Prozent, die als Verwaltungsbetrag definiert wird.

Vorteile

  • Starke Risikoreduzierung durch den Kauf von breit gestreuten Aktienpaketen
  • Kein Fachwissen über die betreffende Branche nötig
  • Auch kein Fachwissen über Aktien an sich nötig
  • Keine Beschäftigung mit der Kursentwicklung notwendig
  • Höhere durchschnittliche Rendite als Renten- oder Immobilienfonds

Nachteile

  • Risiko von Verlusten ist natürlich trotzdem vorhanden
  • Es fallen zusätzliche Kosten an (Fondsmanager!)
  • Rendite aus Aktienfonds ist nicht steuerfrei

Diese Steuern fallen bei der Rendite aus dem Aktienfonds an

Die steuerlichen Regelungen stellen neben dem mit dem Aktienhandel verbundenen Risiko die wohl größte Hürde beim Anlegen dar. Übersteigt die Rendite nämlich den Sparer-Pauschbetrag, muss eine Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent an den Staat bezahlt werden.

Der Sparer-Pauschbetrag gilt bis zu einer Kleinbetragsrendite von 801 Euro pro Jahr.

Du musst bei Deiner Anlage also unbedingt darauf achten, dass sich die Summe Deiner Gewinne rechnet, sodass die Steuerlast ohne Verlust getragen wird. Diese Rechnung ist nicht immer einfach, denn Kursschwankungen kannst Du nur schwer beeinflussen. Zudem gibt es keine Garantien, was die Renditen angeht. In der Regel ist aber mit acht bis neun Prozent zu rechnen.

Anstelle von Zinsen erhältst Du hier Dividenden

Aktionäre erhalten bei Fonds keine Zinsen, sondern Dividenden ausbezahlt. Häufig legen die Unternehmen eine feste Summe pro Aktie dafür fest, die dann entsprechend der Anzahl an Aktien ausgeschüttet wird.

Diese wird aber nicht zwangsläufig an Dich ausbezahlt, sondern fließt in der Regel zurück in den Fonds. Hier spricht man dann von einer Dividendenrendite. Der Fonds wird automatisch reinvestiert, was eine Art Zinseszinseffekt hervorruft.

Alternativ dazu kannst Du Dir die Dividenden natürlich auch sofort ausbezahlen lassen, dabei handelt es sich dann im weitesten Sinne um einen ausschüttenden Fonds. Meist ist die genaue Vorgehensweise durch den Fondsmanager festgelegt, sodass Du Dich vor Deinem Investment darüber erkundigen solltest.

Reinvestierte Fonds bieten nach einer gewissen Laufzeit höhere Erträge. Hier ein Beispiel mit einer Startinvestition in Höhe von 10.000 Euro:

  • Ausschüttender Fonds = Vermögen nach 30 Jahren beträgt 30.000 Euro
  • Reinvestierter Fonds = Vermögen nach 30 Jahren beträgt 80.000 Euro

Hierbei handelt es sich um ein fiktives Beispiel, das von den tatsächlichen Werten natürlich abweichen kann.

Was ist der Fonds-Sparplan?

Anleger haben die Möglichkeit, entweder einmalig eine Summe zu investieren (von der dann das Reinvestment abgeht) oder einen monatlichen Betrag einzubezahlen. Man spricht ferner auch von der Einmaleinlage und dem Sparplan.

Beides lässt sich aber auch kombinieren. Etwa, wenn Du einen exponentiellen Zuwachs an Privatvermögen erwartest oder während der Laufzeit Deine Anteile noch verbessern willst.

Ist mit einem Aktienfonds ein Betrugsrisiko verbunden?

Das Betrugsrisiko ist verhältnismäßig gering, was auch für private Fondsmanager gilt. Zumindest dann, wenn sich dieser in Deutschland befindet und daher auch das deutsche Recht für ihn gilt.

Denn der Gesetzgeber sieht eine Klassifizierung durch die KIID (Key-Investor-Information-Document) vor. Hier werden transparente Risikoklassen von 1 bis 7 geführt. Je kleiner die Zahl, umso geringer ist das Risiko. Das Risiko bezieht sich dabei auf die Wahrscheinlichkeit, wie stark der Kurs innerhalb des Fonds schwanken kann. Die Risikoklasse halt also mehr mit der Branche als mit dem Fondsmanager zu tun.

Generell entwickeln sich Aktienfonds tendenziell nach oben. Es sei denn, du setzt auf Branchen, die bereits jetzt am Aussterben sind. Etwas Weitsicht schadet bei dem Thema nicht – auch dann, wenn Du Dich nicht näher mit dem Thema der Aktien auseinandersetzt. Das gilt vor allem bei reinvestierten Fonds.

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Wie lange läuft der Fonds? Kann ich früher aus ihm aussteigen?

Für jeden Fonds wird im Vorfeld eine genaue Laufzeit festgelegt. Möchtest Du früher aus der Beteiligung aussteigen, geht das in der Regel erst nach zehn Jahren. Hierzu übermittelst Du zum Ende des Geschäftsjahres einen eingeschriebenen Brief. Die Kündigungsfrist beträgt in der Regel weitere zwölf Monate. Ein außerordentliches Kündigungsrecht gibt es nicht.

Was passiert mit meinem Fonds bei einer Bankpleite?

Banken verfügen über eine Einlagensicherung, die bis zu 100.000 Euro an bestehenden Guthaben sichert. Dieses bezieht sich jedoch nicht auf Aktien und Fonds. Wie sind diese also im Fall einer Pleite abgesichert? Über das Sondervermögen.

Fonds sowie Aktien gelten nämlich wie Wertpapiere als Sondervermögen und müssen dem Kunden ausgehändigt werden. So kann es im Ernstfall sogar sein, dass Du das Geld daraus noch schneller erhältst als die Besitzer von Girokonten. Alternativ dazu hast Du auch die Möglichkeit, dein Vermögen an ein anderes Institut übertragen zu lassen.

Die Bankpleite ist einzig dann ein Problem, wenn die betroffene Bank auch jene ist, welche die Zertifikate für die Fonds ausgibt. Dann fließen die Wertpapiere nämlich allesamt in die sogenannte Konkursmasse. Eine Garantie, dass Du Dein Vermögen schnell oder überhaupt erhältst, gibt es dann nicht. Du wirst automatisch zum Gläubiger der Bank. Wie es weitergeht, entscheidet das folgende Insolvenzverfahren. Dieses zahlt alle Gläubiger entsprechend dem Restvermögen der Bank aus.