Wie wichtig sind Daten?

Spätestens seit im Mai 2018 die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft getreten ist, ist das Thema Datenschutz in aller Munde. Dennoch wissen nur sehr wenige, was eigentlich genau personenbezogene Daten sind und warum die Informationen über Dich so wertvoll für Unternehmen sind. Daher liefern wir Dir an dieser Stelle die Antworten auf die wichtigsten Fragen im Zusammenhang mit dem Thema „Daten“.  Sehen wir uns aber zunächst einmal an, was unter personenbezogenen Daten zu verstehen ist.

Was sind personenbezogene Daten?

Der Begriff „personenbezogene Daten“ schließt alle Informationen ein, die sich auf eine natürliche Person (also einen „echten“ Menschen und kein Unternehmen) beziehen und daher auch Rückschlüsse auf seine Persönlichkeit ermöglichen. Die genaue Definition, was hierzulande alles zu diesen Informationen zählt, findest du im deutschen Datenschutzgesetz (BDSG).

Zunächst einmal gehören dazu allgemeine Informationen über Dich wie beispielsweise Dein Name, Dein Alter, Tag und Ort Deiner Geburt, Deine aktuelle Wohnadresse, Deine Handynummer und Deine E-Mail-Adresse. Doch im Alltag gibst Du noch sehr viel mehr über Dich bekannt, das ebenfalls zu diesen Daten zählt. Dazu gehören unter anderem:

  • Kennnummern wie die Sozialversicherungsnummer oder Deine Matrikelnummer
  • Deine Kontonummer, Dein Schufa-Score und sogar Dein aktueller Kontostand
  • Nähere Informationen zu Deinem Aussehen wie Größe, Gewicht, Haut- und Haarfarbe etc.
  • Deine Besitztümer wie Autos, Wohnungen, Häuser oder auch nur Dein Fahrrad
  • Alle Kundendaten, die Du bekanntgegeben hast, weil Du eine Kundenkarte beantragt hast oder in einem Online Shop etwas bestellt hast. 
  • Beurteilungen über Dich wie Schul- oder Arbeitszeugnisse oder im schlimmsten Fall Gerichtsurteile
  • Die Spuren, die Du im Internet hinterlässt wie Deine IP-Adresse und die Standorte, an denen Du online warst

Diese Daten sind für Webseiten von großem Interesse, und das aus einem ganz bestimmten Grund:

Warum sammeln die Webseiten unsere Daten?

Du weißt nun, was alles im Rahmen der Datenverarbeitung im Laufe der Zeit über Dich in Erfahrung gebracht werden kann. Doch warum ist es den Unternehmen so wichtig, so viel über Dich zu wissen? Das hat vor allem zwei Hauptgründe. 

Der erste davon ist ganz pragmatisch: In vielen Fällen ist die Verarbeitung personenbezogener Daten erforderlich, damit ein Geschäft zwischen Dir und dem Unternehmen zustande kommen kann. Wenn Du zum Beispiel in einem Online Shop ein Kleid bestellst und es in weiterer Folge nach Hause geliefert bekommen möchtest, dann musst Du ein paar Informationen über Dich bekanntgeben, damit das Unternehmen Deinen Wunsch auch erfüllen kann. In diesem Fall sind das:

  • Dein Name und die Adresse, an die Du das Kleid geliefert haben möchtest
  • Deine E-Mail-Adresse, damit die Bestellung bestätigt werden kann und Du informiert wirst, wenn Dein Kleid verschickt wird.
  • Eventuell Deine Telefonnummer für Rückfragen.
  • Deine Kleidergröße.
  • Deine Kontonummer oder andere Daten, die im Zusammenhang mit der Zahlung stehen.
  • Dein Alter, damit das Unternehmen weiß, dass Du schon geschäftsfähig bist.

Der zweite Grund, warum die Unternehmen so viel über Dich wissen wollen ist, weil sie Dir nach dem Kleid nun auch noch andere Dinge wie Schuhe oder einen Rock verkaufen möchten. Je besser Dich ein Unternehmen kennt, desto gezielter kann es auch auf Dich eingehen und Dir ein passendes Angebot per E-Mail schicken oder wie zufällig als Werbung in Deinem Browser erscheinen lassen, während Du gerade die News aus aller Welt liest. Deine Daten sind von unschätzbarem Wert für viele Unternehmen.

Wie wertvoll sind unsere Daten für Unternehmen und Webseitenbetreiber?

Deine Daten sind für viele Unternehmen wertvoll wie Gold. Doch wieso ist das eigentlich so? Warum interessieren sich Unternehmen dafür, wo Du mit Deinem Handy unterwegs warst? Warum wollen Sie wissen, mit wem Du auf Facebook befreundet bist?

Die Antwort darauf ist ganz einfach: Sie wollen Dich kennenlernen. Nicht, weil sie mit Dir befreundet sein möchten, aber sie möchten dennoch gerne eine Beziehung zu Dir haben. Eine, in der Du der Käufer und das Unternehmen der Verkäufer ist – und das möglichst lange. Damit das gelingt, möchte Dir das Unternehmen regelmäßig Angebote schicken, die Dich interessieren und so dazu bewegen, dass Du weitere Produkte kaufst oder Dienstleistungen in Anspruch nimmst.

Ein kleines Beispiel dazu: Stell Dir vor, Du hast Dich in einem Online-Shop für Tierzubehör neu registriert und ein Halsband und eine Leine für Deinen Hund gekauft. Nun weiß das Unternehmen, dass Du einen Hund hast und wird Dir deshalb nicht Angebote für Katzenfutter, sondern für Hundespielzeug und Hundefutter schicken. Mit jedem Deiner Käufe erfährt das Unternehmen wieder ein wenig mehr über Dich. Manche persönlichen Informationen haben sie Dir noch zusätzlich entlockt, weil Du vielleicht an Gewinnspielen teilgenommen hast. So entsteht ein immer klareres Bild, was zu immer interessanteren Angeboten auf den unterschiedlichsten Kommunikationswegen führen kann. Ganz vorne mit dabei mischen hier die Internetgiganten Facebook, Google und Whatsapp.

Welche Daten benutzen WhatsApp, Facebook, Google & Co.?

Die sozialen Medien gelten als echte Datenkraken und werden auch immer wieder bezichtigt, die eine oder andere Datenschutzverletzung zu begehen oder Internetrechte zu verletzen. Man könnte meinen, dass das Thema Datenschutz Unternehmen wie Facebook oder Google völlig egal ist. Dem ist selbstverständlich nicht so und auch die großen Konzerne versuchen, sich an geltende Bestimmungen und Regeln zu halten. Dennoch beruht ihr Geschäftsmodell darauf, möglichst viel über Dich in Erfahrung zu bringen und dieses Wissen gewinnbringend einzusetzen. Und genau das machen sie sehr gut. Sie wissen beispielsweise die folgenden Dinge über Dich:

  • Die Sprache, in der Du Dich unterhältst
  • Deine genauen Aufenthaltsorte
  • Deine Vorlieben, Hobbies und Neigungen
  • Die Links auf die Du geklickt hast
  • Nach welchen Informationen Du in Suchmaschinen gesucht hast
  • Wer Deine alten und neuen Freunde sind und mit wem Du Dich besonders oft und viel unterhältst
  • Welche Apps Du auf Deinem Handy hast

Falls Du übrigens ganz genau wissen möchtest, was Google über Dich weiß, kannst Du dies sehr einfach in den Google-Aktivitäten in Erfahrung bringen. 

Schwierig wird es, wenn Du beruflich mit Kunden in Kontakt stehst und durch die DSGVO verpflichtet bist, deren Daten zu schützen. Besonders die datenschutzrechtliche Herausforderung, die bei der geschäftlichen Nutzung von WhatsApp anfällt, machte in den letzten Jahren Schlagzeilen. Die Gründe hierfür sind vielfältig. WhatsApp schickt alle Kontakte auf einen Server in den USA. Diese Übermittlung würde gemäß DSGVO eine Einwilligung des Kontaktes für den Austausch der Daten  erfordern, die nicht vorliegt. Zwar kommt hier eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zum Einsatz, aber die WhatsApp-FAQ besagen, dass die gesammelten Daten an Facebook übermittelt werden. Viele Unternehmen fürchten hier hohe DSGVO-Strafen, da die die dienstliche und datenschutzkonforme Nutzung der App theoretisch nicht möglich ist. Noch ein Grund mehr, die Daten so gut wie möglich zu schützen.

Sende Daten...

Wie kann ich meine Daten im Internet schützen?

Es ist fast nicht möglich, keine Spuren im Internet zu hinterlassen. Dennoch gibt es ein paar Dinge, die dabei helfen, den digitalen Fußabdruck ein wenig kleiner zu machen:

  • Schütze Deine Browser-Daten, indem Du Deine Cookies in den Einstellungen regelmäßig löscht und Plugins wie „HTTPS Everywhere“ verwendest, die die Verbindung zu den Webseiten automatisch verschlüsseln.
  • Weise datenhungrige Dienste wie Google oder Facebook in die Schranken, indem Du die Einstellungen bei diesen Anbietern optimierst und etwa verbietest, dass Standortdaten über Dich gesammelt werden dürfen.
  • Lade nicht blind jede App auf Dein Smartphone, sondern sieh Dir vorher ganz genau an, ob es sich dabei um einen seriösen Anbieter handelt. Auch wenn es noch so verlockend ist, zu sehen, wie Du in 30 Jahren aussiehst.
  • Verwende so oft wie möglich Nicknames anstelle Deines richtigen Namens.
  • Schränke Deine Profile so ein, damit nur ausgewählte Personen Zugriff auf die Daten haben.
  • Sei besonders vorsichtig bei der Verwendung von öffentlichen Computern in Schulen oder Cafes.
  • Gib so wenig wie möglich über Dich bekannt und mach nicht bei jedem Gewinnspiel mit.