Sicheres Surfverhalten im Internet – so bist Du auch im öffentlichen WLAN geschützt

Heutzutage ist es ja quasi unmöglich, sich anonym im Internet aufzuhalten. Ob man es möchte oder nicht, seine Spuren hinterlässt man einfach zu jeder Zeit und bei jedem Einstieg ins Web. Spätestens mit dem Inkrafttreten der DSGVO im Mai 2018 haben Internetnutzer in ganz Europa begonnen, sich näher mit dem Thema Datenschutz auseinanderzusetzen. Und es ist erschreckend, wie oft wir leichtfertig unsere personenbezogenen und damit pikante Daten preisgeben.

Schnell wird die App für witzige Fotobearbeitungen auf dem Handy installiert. Dass sie Zugriffe zu Kontakten und die Erlaubnis für Sprachaufnahmen möchte, scheint unbedenklich. Doch aktuelle Fälle wie etwa der Skandal rund um die App TikTok und dass zwischengespeicherte Daten aus dem Smartphone an das Unternehmen übertragen wurden sorgen für einen fahlen Beigeschmack.

Hier daher nun ein Überblick der wichtigsten Maßnahmen für ein sicheres Surfen im Internet.

Die App-Berechtigungen bei der Installation genau prüfen

Worauf braucht die App laut eigenen Angaben alles eine Berechtigung?

Dass ein kleines Programm zur Bearbeitung von Videoaufnahmen Zugriff zu Bild- und Audioaufnahmen benötigt, ist nachvollziehbar. Aber sie braucht zum Beispiel definitiv keinen Zugriff auf Kontaktdaten oder die Berechtigung, Kurznachrichten zu versenden.

Immer darauf achten, welche privaten Informationen preisgegeben werden

Es ist verlockend, in sozialen Netzwerken die lustigen Fotos der letzten Partynacht zu teilen, doch in einigen Wochen oder Monaten können sie sich schnell zu einem deutlichen Nachteil entwickeln. 

Persönliche Eskapaden oder intime Informationen haben im Internet nichts zu suchen, solange es sich um eine Privatperson handelt. Und selbst bei Personen des öffentlichen Lebens sind sie fragwürdig.

Persönliche Daten nach Möglichkeit geheim halten

Nach Möglichkeit sollte ein Nickname anstelle des richtigen Namens verwendet werden. Auch Wohnadresse und Telefonnummer haben im Internet nichts zu suchen. Eine Eintragung bei Online-Telefonbüchern darf nicht erfolgen, wenn diese beim Anbieter untersagt wird.

Gilt aufgrund gewerblicher Tätigkeit oder durch das Betreiben einer eigenen Website eine Impressumspflicht, kommt man um diese Angaben nicht umhin. Ein Postfach darf nämlich deshalb nicht angegeben werden, da es sich um eine ladungsfähige Adresse handeln muss.

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Profile in sozialen Netzwerken schützen

Man spricht in diesem Fall auch von sogenannten „Dark-Accounts“, da sie nicht öffentlich zugänglich sind. Nur geladene Personen haben Zugriff auf die Informationen – zumindest, wenn diese die eigenen Accountdaten nicht an Dritte weitergeben. Es ist daher selbst bei privaten Accounts darauf zu achten, nicht sämtliche Details aus dem Privatleben zu teilen. Diese gehen schlichtweg niemanden etwas an.

Vorsicht bei Plattformen, die individuelle Privatsphäre-Einstellungen zulassen: Hier sollte regelmäßig nachkontrolliert werden, wem man nun genau welchen Zugriff gegeben hat. Insbesondere Facebook mit der Privatsphäre-Einstellung „Teilen für Freunde“ oder auch „Teilen für Öffentlich“ wird hier schnell zur Stolperfalle.

Das Recht am eigenen Bild beachten – und einhalten

Wird man auf dem hochgeladenen Foto eines Bekannten markiert, muss man das nicht einfach hinnehmen. Das Recht am eigenen Bild untersagt die Veröffentlichung von Fotos der eigenen Person, sofern man nicht damit einverstanden ist. Ein Stück weit gilt das sogar für Personen des öffentlichen Lebens; vor allem dann, wenn die Bilder denjenigen besonders nachteilig darstellen.

Bilder vor dem Hochladen überprüfen

Das Haustier hat sich besonders ulkig verhalten und das möchte man nun am liebsten online teilen. Doch was ist im Hintergrund alles zu sehen und sind diese Dinge wirklich für die Augen aller Welt bestimmt?

Bevor Bilder hochgeladen werden, sind sie unbedingt zu prüfen. Nach Bedarf besteht auch die Möglichkeit, sie zuvor noch zuzuschneiden.

Passwörter nicht an Dritte weitergeben

Passwörter dienen dem Zweck, sich zu schützen. Dementsprechend gehen sie fremde auch einfach nichts an. Selbst der Lebenspartner muss sie nicht kennen, da es mittlerweile etliche Wege gibt, einen Account wiederherzustellen, sollte es doch einmal in Vergessenheit geraten. Und für den Fall der Fälle gibt es zahlreiche Programme, wie beispielsweise KeePass, die bei der Verwaltung der Passwörter unterstützen.

Das Passwort regelmäßig ändern & nicht zu einfach halten

Zur Passwortsicherheit zählen auch eine regelmäßige Änderung und ein komplexer Aufbau. 

Experten sind in Bezug auf die Regelmäßigkeit der Änderung oft geteilter Meinung. Die häufigsten Empfehlungen liegen zwischen einem und drei Monaten.

Wichtig ist aber auch, dass es sich zu jeder Zeit um ein sicheres Passwort handelt. Es sollte mindestens acht Zeichen beinhalten, wobei auch Sonderzeichen und Zahlen zum Einsatz kommen sollten. Auch die Groß- und Kleinschreibung dürfen ruhig vermischt werden.

Zwei-Faktor-Authentifizierungen nutzen

Wichtige Anbieter, wie etwa die eigene Hausbank mitsamt Netbanking-App lassen den Nutzer oft gar nicht mehr darum herumkommen. Hat man jedoch die Wahl, sollte man trotzdem nicht auf eine Zwei-Faktor-Authentifizierung verzichten.

Hierbei handelt es sich um eine weitere Sicherheitskomponente, die neben der Eingabe des Passworts auf eine zusätzliche Erweiterung zurückgreift. Beispielsweise auf die Eingabe eines PIN-Codes, der per SMS an den Kontoinhaber versendet wird.

Nicht genutzte Accounts löschen

Häufig nehmen Plattformen die Löschung inaktiver Accounts nach einem festen Zeitplan vor, geregelt wird das in den jeweiligen AGB. Es empfiehlt sich dennoch, bei einer anhaltenden Nichtverwendung das Profil zu deaktivieren.

Das Endgerät immer schützen

Vom Handy über das Tablet bis hin zum Laptop oder PC – jedes internetfähige Gerät kann heutzutage mit einem Virenschutz abgesichert werden. Es lohnt sich, hier nicht auf den ersten Virenscanner zu setzen, sondern sich Vergleiche durchzulesen. Am Ende kommt es nämlich nicht nur auf den Preis davon an (bzw. ob dieser kostenlos ist), sondern auch auf die Ressourcennutzung und die Häufigkeit der Updates. 

Sende Daten...

Festplatten immer sicher löschen

Bevor der nicht länger benutzte PC oder Laptop im Müll landet, sollte die Festplatte ausgebaut und vernichtet werden. Selbst ein mehrmaliges Formatieren würde die Daten nicht vollständig löschen. Experten sind auch dann noch in der Lage, sie wiederherzustellen.

Käme es zu einem Weiterverkauf des nicht mehr benutzten Geräts, sollte der also ohne Festplatte geschehen. Alternativ kann man zuvor auch eine neue kaufen und einsetzen.

Smartphones und Tablets nicht bloß auf Werkseinstellung zurücksetzen

Ein einfaches Zurücksetzen reicht nicht, denn heutzutage werden die Daten vielfach gespeichert und damit wiederherstellbar – auch für spätere Nutzer. Hier empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:

  • Eine Lösch-App installieren, diese aber noch nicht aktivieren.
  • Sämtliche Kontoverknüpfungen aufheben. (z.B. Verknüpfung mit dem Google-Konto)
  • Auto-Wiederherstellung deaktivieren.
  • Die Lösch-App nun aktivieren.
  • Das Gerät auf Werkseinstellung zurücksetzen.

Öffentliche Computer mit Vorsicht nutzen

Wer sich an einem öffentlichen Computer auf einer Website einloggt, darf die Speicherung der Logindaten keinesfalls aktivieren. Außerdem sollte man sich nach der Nutzung stets wieder ausloggen und nicht darauf vertrauen, dass es der nächste User schon tun würde.

Es lohnt sich zudem, nach der Nutzung den Browserverlauf zu löschen.

Steht die Möglichkeit zur Verfügung, einen „Private Browsing“ bzw. „Privaten Modus“ zu nutzen (das geht z.B. beim Browser Firefox), sollte diese auch unbedingt genutzt werden. Dadurch werden dann weder temporäre Internetdateien noch Cookies gesammelt und es entsteht auch kein Browserverlauf.

Vorsicht bei der Nutzung von öffentlichem WLAN

Öffentliche WLAN-Verbindungen sind besonders pikant, da es hier auf zahlreiche Faktoren ankommt, wie sicher man während dem Aufenthalt darin ist. Schlimmer noch: Sie sind alle vom Bereitsteller des WLANs abhängig und vom Endnutzer in der Regel nicht groß beeinflussbar.

Um maximale Vorsicht walten zu lassen, gilt folgendes:

  • Nur mit einem Benutzerkonto in das öffentliche WLAN einloggen, das eingeschränkte Zugriffsrechte und keine Adminrechte hat. (Wichtig für Laptops!)
  • Datei- und Verzeichnisfreigaben für Netzwerke deaktivieren.
  • Ausschließlich Webseiten aufrufen, die über eine SSL-Verschlüsselung verfügen.
  • Keine Webseiten über Google suchen, sondern die URLs direkt eingeben. Im schlimmsten Fall könnte das die gesicherte Verbindung aushebeln.
  • Tätigkeiten, wie Onlinebanking und Onlineshopping unterlassen.
  • Keine Seiten aufrufen, bei denen private und/oder persönliche Daten eingegeben werden müssen.