Datenmissbrauch: Die fiesen Tricks der Internet-Gangster

Das Internet bietet im Alltag sehr viele Annehmlichkeiten. Leider zieht es aber auch Leute an, die kriminelle Absichten haben. Sie versuchen beispielsweise, programmiertechnische Schwächen von Internet-Seiten oder die Gutgläubigkeit von Menschen auszunutzen. Welche Tricks sie beim Datenmissbrauch anwenden und wie Du Dich dagegen wehren kannst, verraten wir Dir hier in diesem Artikel. 

Was passiert bei einem Datenleck?

Vielleicht ist Dir das auch schon einmal passiert: Du erhältst auf einmal eine E-Mail eines Unternehmens, in dem geschrieben steht, dass es auf der Webseite ein Datenleck oder eine Datenpanne gab und deshalb möglicherweise personenbezogene Daten von Dir in falsche Hände gelangt sind.

Als ersten Schritt solltest Du unmittelbar das Passwort für Deinen Account bei diesem Unternehmen ändern. Falls Du dieses Passwort auch bei anderen Seiten in Verwendung hast, solltest Du dort die Passwörter ebenfalls ändern. Falls Du Dich irgendwo mit Deinen Zugangsdaten nicht mehr einloggen kannst, wende Dich unmittelbar an den Betreiber der Seite und erkläre Dein Anliegen. 

 

Hilfe, meine Kreditkartendaten wurden geklaut, was nun?

Gewiefte Ganoven schaffen es immer wieder, an die Kreditkartendaten von Usern zu gelangen. Das gelingt zum Beispiel dadurch, dass ein Trojaner auf Deinem Computer platziert werden konnte, der es anderen Personen ermöglicht, Deine genauen Tastenanschläge mitzuverfolgen. Auf diese Weise gelangen diese Personen nicht nur an Deine Kreditkarten-Nummer, sondern auch an die weiteren Daten wie das Ablaufdatum oder den CVC-Code, die für Käufe mit der Kreditkarte im Internet erforderlich sind. 

Bemerkt wird das meist erst, wenn Geld auf dem Konto fehlt, Mahnbescheide für nie gekaufte Waren einlangen oder schlicht und einfach nicht mehr mit der Karte bezahlt werden kann.

Sobald Du den Betrug bemerkst, solltest Du die Karte umgehend bei der Sperr-Hotline sperren lassen. Bei größeren Summen solltest Du Anzeige auf der Polizei erstatten. Um künftig Betrügern schnell auf die Schliche zu kommen, richte Dein Konto so ein, dass Du über Transaktionen per SMS oder einen Messenger informiert wirst. 

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Was mache ich, wenn mein Account gehackt wurde?

Wenn sich jemand Zugriff auf Dein E-Mail-Konto oder zu Deinem Amazon-Konto verschafft hat, kann das schnell zum Alptraum werden. Denn hier befinden sich jede Menge sensible Daten und die Internet-Gangster können in Dir lesen wie in einem offenen Buch. Die größte Gefahr besteht darin, dass dadurch auch noch zahlreiche andere Zugangsdaten erbeutet werden können, indem die Täter nun die „Passwort vergessen“ Funktion auf den einzelnen Seiten nutzen und so die Passwörter nach Belieben ändern können.

Erkennen lässt sich der Einbruch daran, dass Du selbst keinen Zugang mehr zu Deinem Postfach hast oder sich Freunde und Bekannte von Dir darüber beschweren, dass Du ihnen ständig Werbemails schickst. Sieh Dir dazu einmal an, welche Mails sich eventuell noch im Ausgangsordner oder im Papierkorb befinden.

Auf alle Fälle solltest Du sofort Deinen E-Mail-Anbieter in Kenntnis davon setzen und um Hilfe bitten. Die großen Mail-Anbieter wie GMX, web.de oder Gmail haben dafür eigene Kontaktformulare.

Identitätsklau: Wenn andere mit Deinem Profil hausieren gehen!

Noch unangenehmer ist es für die meisten, wenn die Ganoven sich in soziale Profile wie Facebook oder Instagram einloggen und sich so Zugang zum innersten Deiner Seele verschaffen. Die meisten verwenden den Einbruch zwar nur dazu, um schnell und einfach eine Werbebotschaft an Deinen Freundeskreis zu versenden, doch im schlimmsten Fall kann es sich auch um einen Kinderschänder handeln, der sich so das Vertrauen von den Kleinen erschleichen will.

Erkennen lässt sich der Identitätsklau daran, dass sich in Deiner Freundesliste neue Kontakte befinden oder auf Deinem Handy eine App auftaucht, die Du nie selbst installiert hast. 

Sobald Du bemerkst, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, ändere so schnell wie möglich das entsprechende Passwort auf der Plattform. Informiere Deinen Freundeskreis davon, dass Dein Account gehackt und Deine Daten geklaut wurden und sie selbst entsprechend aufmerksam bei ihren eigenen Profilen sein sollen.  

Welche Möglichkeiten hast du, wenn Du Werbung ohne Zustimmung erhältst?

Grundsätzlich regelt das Datenschutzgesetz, was Unternehmen zu beachten haben, wenn sie Dir Werbung per E-Mail oder über einen Messenger-Dienst zukommen lassen möchten. Doch es gibt leider auch in der Online-Welt Leute, die sich um den Datenschutz nicht scheren, weil sie beispielsweise aus Ländern kommen, in denen sie dafür nicht belangt werden können, da die Internetrechte dort anders geregelt sind oder eine Klage einfach nicht wirtschaftlich wäre. 

Zumindest einige Anbieter haben noch den letzten Funken an Anstand und bieten Dir in den Nachrichten an, dass Du Dich vom Newsletter abmelden kannst. Das solltest Du allerdings nur dann machen, wenn dafür nicht die Eingabe weiterer Daten erforderlich ist. Sonst könnte hier schon die nächste Falle lauern. Wenn Du Dir nicht zu 100 Prozent sicher bist, entscheide Dich einfach dafür, die Nachricht als Spam zu kennzeichnen. Somit wandern Nachrichten dieses Absenders ab sofort automatisch in den Spam-Ordner Deines Postfaches. Alternativ dazu kannst Du die jeweilige E-Mail-Adresse auch auf eine Blacklist setzen, wenn Dein E-Mail-Anbieter diesen Service zur Verfügung stellt. 

Sende Daten...

Phishing Mails: Beiße nicht auf jeden Köder!

Mit Hilfe sogenannter Phishing Mails versuchen die Ganoven, an vertrauliche Daten von Dir zu gelangen. Dabei ahmen Sie das Design renommierter Anbieter nach, um entsprechend vertrauensvoll zu wirken. Wenn Du Dich dann beispielsweise vermeintlich in Dein Bankkonto einloggst, gibst Du diesen Personen die Zugangsdaten zu Deinem Online-Banking-Zugang.

Erkennen lassen sich solche Versuche daran, dass die Absender-Adresse nicht genau stimmt, die E-Mails in schlechter Sprache verfasst sind, persönliche Anreden fehlen oder falsch sind und die Seite, auf der Du Dich normalerweise einloggst, plötzlich ein wenig anders aussieht. 

Werden so Deine Daten gehackt, verschwende keine Zeit und informiere umgehend Deine Bank davon. Das kannst Du auch tun, wenn Du nicht auf den Trick hereinfällst, damit die Bank weiß, dass es entsprechende Angriffe gegen sie gibt. Damit es erst gar nicht so weit kommt, ist im Zweifelsfall immer Skepsis angebracht. Klicke deshalb nie auf Links, die Dich auffordern, Deine Kontodaten bekanntzugeben. 

Abmahnschreiben

Eine beliebte Masche von den Betrügern ist es, einfach wahllos Abmahnschreiben per E-Mail zu versenden. In diesen wirst Du beispielsweise aufgefordert, die noch offene Gebühr für einen Dienst zu bezahlen, den Du im Internet angeblich in Anspruch genommen hast. In vielen Fällen handelt es sich dabei um Erotikportale. Die Beträge sind oft so gering, dass es Leute gibt, die diesen Betrag einzahlen, nur um keine möglichen Schwierigkeiten zu bekommen oder sich dafür zuhause bei ihren Liebsten erklären müssen. 

In diesem Fall ist es ganz einfach: Wenn Du die Leistung nicht in Anspruch genommen hast, dann kannst Du solche Schreiben getrost ignorieren und einfach löschen. In den meisten Fällen hörst Du nie wieder etwas von diesen Anbietern.