Die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) haben die meisten Verbraucher vor zwei Jahren wohl zu spüren bekommen, indem sie auf allen Webseiten nochmals bestätigen mussten, dass das Speichern und Verwenden von persönlichen Daten für sie in Ordnung ist.

Etliche Webseiten, Onlineshops und Unternehmen, die mit Kundendaten hantieren, mussten ihre Kundschaft darum bitten ihnen zu bescheinigen, dass es in Ordnung ist, mit ihren Daten zu arbeiten. Massenmails an Kunden wurden formuliert, die AGBs noch einmal aufgefrischt und lästige Banner auf der Startseite platziert.

Das war eine aufreibende Zeit für Unternehmen – gingen doch Gerüchte herum, dass die Abmahnanwälte schon ihre Schreiben formuliert haben und nun nur noch auf den einen, allzu kleinen Fehler warten, um das Unternehmen abzustrafen. Doch wie bei den meisten Neuerungen war es auch hier auf den ersten Blick vielleicht nur viel Wirbel um nichts.

Doch von „nichts“ kann hier keinesfalls die Rede sein. Schließlich soll die DSGVO Verbraucher und ihre Daten schützen. Wie hat sich die Datenschutzgrundverordnung in den ersten zwei Jahren geschlagen?

Die Datengrundschutzverordnung wird zwei Jahre alt – Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen

Datenschutz ist nicht das Lieblingsthema der Verbraucher. Doch scheinen Internetnutzer durch die neue Datenschutzverordnung ein besseres Bewusstsein dafür bekommen zu haben, was erlaubt ist und was gegen ihre Rechte geht. Das lässt zumindest die steigende Zahl an Beschwerden bei der Datenschutzbehörde vermuten.

Auch von Unternehmen wird der Datenschutz nun ernster genommen. Vor allem weil die DSGVO massive Strafen für Datenmissbrauch vorsieht. Betrug die maximale Strafe beim zuvor geltenden deutschen Datenschutzgesetz noch 300.000 Euro, müssen Unternehmen seit der DSGVO mit bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des Jahresumsatzes an Strafe rechnen.

Keine einheitliche Lösung in Europa

Onlineunternehmen und vorneweg Onlineshops sammeln besonders viele Daten, um ihre Kunden besser kennenzulernen und passgenaue Werbung zu schalten. Wie diese Daten gesammelt und das Verhalten der Nutzer im Netz verfolgt werden darf, ist in der DSGVO nicht eindeutig geklärt. Datenschützer wünschen sich daher eine einheitliche, europäische Lösung.

Auch ein einheitlicher Umgang der Datenschutzbehörden ist wünschenswert. Entscheidungen, die zugunsten der Verbraucher getroffen werden, sollten in ganz Europa gelten. Einzelentscheidungen reichen nicht aus, da Internetfirmen auf der ganzen Welt agieren und weltweit Nutzer ansprechen und Daten sammeln.

Das bekannteste Beispiel sind hier wohl die Megakonzerne Google und Facebook, die ihre Europazentralen in Irland haben. Beschwerden von Verbrauchern gegen die Internetgiganten gibt es zu Hauf. Doch leider ist die irische Behörde überfordert und schafft es nicht, für jeden Fall eine Entscheidung zu treffen. Eine Gesamtlösung würde hier vieles einfacher machen.

Die DSGVO kann nicht vor Datenpannen und -missbräuchen schützen

Immer wieder berichten Medien über Datenpannen und Sicherheitslücken bei Unternehmen. Millionen Kundendaten geraten ungewollt ins Netz. Betroffen sind Onlineshops, Datingapps und soziale Medien. Erst kürzlich traf es auch eine Fluggesellschaft: Easyjet wurde Opfer eines Hackerangriffs. Sensible Kundendaten gerieten in die Hände einer Internetbande. Die Folgen sind bisher nicht einzuschätzen. Klar ist: Kundendaten müssen besser geschützt werden.

„Datenpannen wie bei Easyjet, bei denen Kundendaten in die Hände von Hackern geraten, dürfen nicht passieren. Wenn Kunden Unternehmen ihre Daten anvertrauen, müssen sie auch sicher sein können, dass diese gut aufgehoben sind – insbesondere, wenn es um personenbezogene und Kreditkartendaten geht“, sagt Dr. Benedikt Quarch, Co-Founder von RightNow.

Die DSGVO hat noch Optimierungsbedarf

Dieses Jahr soll entschieden werden, ob die DSGVO sich bisher bewährt hat oder ob an einigen Stellen noch nachgebessert werden muss. Der Bericht der EU-Kommission war eigentlich bis zum 25.05.2020 fällig, das konnte jedoch nicht eingehalten werden. Ob und wie die DSGVO noch einmal abgeändert wird, bleibt also abzuwarten, allzu große Veränderung erwarten wir allerdings nicht.

RightNow kämpft in Sachen Datenschutz für Verbraucherrechte

RightNow setzt sich für die Rechte von Verbrauchern ein. Neben Produkten, die Verbraucher bei Flug- und Reisestornierungen sowie Bahnverspätungen helfen, arbeiten wir gerade an einem Produkt, bei dem es um den Datenschutz geht. „Bald bringen wir ein neues Produkt heraus, mit dem wir Verbrauchern dabei helfen wollen, Datenmissbräuche im Internet zu prüfen, zu bewerten und dagegen vorzugehen“, erklärt Dr. Benedikt Quarch.

Verbraucher können also in Zukunft auch in Sachen Datenschutz auf uns setzen. Schaue gerne regelmäßig auf unserer Website vorbei und erfahre als erstes, wie wir Dir bei Datenpannen und -missbräuchen helfen können.