Fliegen ja, aber bitte mit Schutzmaske

Bald soll der Flugverkehr zur Normalität zurückkehren. Doch nirgendwo sitzen Menschen wohl gemeinsam auf so engem Raum, wie in einem Flugzeug. Frische Luft Fehlanzeige.

Deshalb legte die EU in den EASA (European Union Aviation Safety Agency) Leitlinien fest, welche Regeln im Flugverkehr während der Corona-Pandemie eingehalten werden sollen. Bei den Leitlinien handelt es sich im ersten Schritt erst einmal nur um Empfehlungen. Welche Verhaltensregeln dann auf Flugreisen tatsächlich gelten, muss noch geklärt werden.

Hygieneregeln im Flugzeug

Laut den EASA Leitlinien sollen Fluggäste und Bordpersonal Atemschutzmasken tragen, die erst am Reiseziel wieder abgelegt werden sollen. Bei längeren Flugreisen sollen die Masken alle vier Stunden gewechselt werden. Kinder unter sechs Jahren können von dieser Regel ausgeschlossen werden.

Auch die Abstandregel von 1,5 Meter soll im Flugzeug eingehalten werden. In der Praxis bedeutet das, dass der mittlere Sitz in der Economy Klasse freibleiben muss.

In den vorgestellten Maßnahmen der Bundesregierung war von der Abstandsregel im Flugzeug keine Rede. Wirtschaftlich würden diese Maßnahmen den Airlines auch nur schaden. Weniger verkaufte Tickets bedeuten schließlich auch weniger Umsatz.

Leere Sitze? Dann steigen die Ticketpreise

Wenn die Abstandsregeln von 1,5 Metern auch in Flugzeugen eingehalten werden sollen – sprich der mittlere Sitz in der Economy Klasse freigelassen werden muss, ist davon auszugehen, dass die Ticketpreise explodieren werden. Fluggesellschaften würden sonst nur 60 Prozent der Tickets verkaufen. Um den Verlust auszugleichen, müssten die Preise für Flugtickets 43 bis 54 Prozent steigen, das erklärt der IATA-Chefökonom Brian Pearce (International Air Transport Association).

Flugpreise könnten erstmal sinken

Sind die Fluggesellschaften nicht gezwungen, nur mit 60 Prozent der möglichen Passagiere zu fliegen, sind erst einmal keine höheren Flugticketpreise zu erwarten – zumindest kurzfristig. Die IATA rechnet sogar damit, dass die Flugpreise erst einmal sinken werden. Bei voller Kapazität ist mit einer eher geringen Nachfrage zu rechnen. Angebote sollen Verbraucher locken.

Wie sich das Flugverhalten in den kommenden Wochen und Monaten entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Fest steht, dass die Fluggesellschaften es weiterhin schwer haben werden, ihre Umsätze zu sichern. Sperrige Hygienemaßnahmen und die weiterhin ungewisse Lage verbreiten unter Verbrauchern eher Unmut als Fluglust.

 

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