Durch eine Kapitalanlage Geld zu verlieren ist ärgerlich. Vor allem, wenn Sie durch eine Falschberatung einen erheblichen finanziellen Schaden haben. Dann sollten Sie von einer Beratungshaftung Gebrauch machen und Schadensersatz verlangen.

Was ist eine Beratungshaftung?

Die Beratungshaftung dient in erster Linie einem Zweck: Dem Schutz des Anlegers. Wurde dieser von einer Bank, Sparkasse oder einem Finanzberater in Sachen Kapitalanlage falsch beraten und hat dadurch Schaden erlitten, steht ihm unter bestimmten Voraussetzungen Schadensersatz zu.

Voraussetzung für eine Beratungshaftung

Damit Sie eine Beratungshaftung geltend machen können, muss zunächst einmal ein Beratungsvertrag vorgelegen haben. Sind Sie also auf einen Finanzberater oder eine Bank mit dem Wunsch einer Finanzberatung zugekommen und haben dort ein Beratungsgespräch geführt, kann man von dem Bestehen eines Beratungsvertrages ausgehen.

Ab diesem Moment ist der Berater verpflichtet Sie anlegegerecht zu beraten. Dazu muss er sich zunächst über Ihre Vorhaben sowie Ihre vorherigen Kenntnisse mit Geldanlagen informieren. Denn nur so kann er Ihnen eine gerechte Beratung bieten.

Wann haftet der Berater?

Entspricht die Empfehlung des Beraters nicht den Vorkenntnissen und der Risikobereitschaft des Kunden, muss er für seine Beratung haften. Damit Sie vor Gericht eine Beratungshaftung einklagen können, müssen Sie zunächst beweisen, dass Ihr Berater Ihre Interessen missachtet und unangebrachte Empfehlungen ausgesprochen hat.

Gründe für eine Beratungshaftung

Zu den Risiken und Szenarien, die eine Beratungshaftung rechtfertigen, gehören folgende Punkte:

Fungibilität

Einige Anlagen können vor Ende der Laufzeit nicht veräußert werden. Der Kunde ist also in der Auszahlung nicht flexibel und kann nicht jederzeit an sein Geld kommen.

Klumpenrisiko

In diesem Fall liegt keine oder nur eine sehr geringe Risikostreuung vor. Das passiert, wenn ein Großteil des Vermögens in nur eine Anlage investiert wird.

Totalverlustrisiko

In diesem Fall bringt das Anlageprodukt ein solch enormes Risiko mit sich, dass Sie Ihre vollständige Einlage verlieren könnten.

Eignung zur Altersvorsorge

In Sachen Altersvorsorge setzen viele Anleger auf Sicherheit. So empfehlen Berater oftmals geschlossene Beteiligungen mit langen Laufzeiten. Laut Bundesgerichtshof sind geschlossene Beteiligungen aber für Zwecke der Altersvorsorge gänzlich ungeeignet, insbesondere dann, wenn sie dem Totalverlustrisiko unterliegen.

Fremdwährungsrisiko

Haben Sie Produkte wie beispielsweise eine Lebensversicherung in einer fremden Währung gekauft, können Sie im Falle einer Währungsschwankung erhebliche finanzielle Einbüßen erfahren.

Risiko der Rückforderung von Ausschüttungen

Was zunächst als sicherer Gewinn aus der Kapitalanlage erscheint, kann im Falle einer wirtschaftlichen Krise vom jeweiligen Anbieter zurückgefordert werden. Die Anlage ist also nicht so sicher, wie sie zunächst schien.