Nachhaltige Geldanlagen – was Du zu diesem Thema wissen solltest

Bei einer nachhaltigen Geldanlage handelt es sich um all jene Anlagen, die sich ökologischen, sozialen und ethischen Aspekten im positiven Sinne widmet. Hier steht das Motto schon im Begriff geschrieben: Nachhaltigkeit.

Diese Anlagen ergänzen also noch zusätzlich die klassischen Kriterien von Rentabilität, Sicherheit und Liquidität. Denn wer hat nicht gerne ein zusätzliches Einkommen und tut dabei etwas Gutes für die Welt und unsere Gesellschaft?

Es gibt verschiedene Anlageprozesse im Sinne der Nachhaltigkeit

Jede einzelne davon wirkt sich auf Deine Entscheidung aus, ein Investment zu setzen. Sie werden Dir nun nachfolgend näher erklärt.

 

Ausschlusskriterien

Sie dienen dazu, Unternehmen anhand ihres Sortiments auszuschließen. Etwa, da ihre Produkte nicht der Nachhaltigkeit entsprechen. Das kann die Herstellung von Tabak sein, aber auch eine grobe Verletzung von Menschenrechten. Kleidung, die unter schlechten Bedingungen in zum Beispiel Bangladesch hergestellt wird. Oder aber auch die Anwendung der Todesstrafe, falls es um das Investment in eine Staatsaktie geht.

Engagement

Unternehmen, die in den direkten Dialog mit ihren Investoren eintreten, beeinflussen den Engagement-Faktor. Immerhin führen solche Gespräche dazu, dass soziale, ethische und ökologische Kriterien besser umgesetzt werden können. Das wird allein schon dadurch gewährleistet, dass regelmäßig Gespräche mit Organisationen und Entscheidungsträgern aus Wirtschaft als auch Politik stattfinden können.

Integration

Hierbei geht es erneut um die zuvor erwähnten ESG-Faktoren. Der Integrationsprozess wägt mögliche positive mit den möglichen negativen Einfluss ab.

Normbasiertes Screening

Hierunter versteht man die Auswahl nach internationalen Leitsätzen und Normen. Beispielsweise anhand des Global Impacts, anhand Kernarbeitsnormen oder auch durch die festgelegten OECD-Leitsätze.

Best-in-Class-Ansatz

Hier werden Unternehmen bzw. Schuldner evaluiert, die in ihren Ansätzen nach den ESG-Kriterien, also Umwelt, Soziales und Governance, führen. Hier wirkt sich ein etabliertes Umweltmanagement aus, die Effizienzsteigerung im Bereich von Energie- und Ressourcenverbrauch, oder auch umfassende Schulungsprogramme für Mitarbeiter. Nebenher fallen auch Maßnahmen gegen Diskriminierungen und Sexismus darunter.

Impact Investments

Hierbei geht es um Investments, die dem Ansatz der Philanthropie dienen. Meistens sind diese Investitionen projektspezifisch, dienen aber immer dem Zweck, Industrie- und Entwicklungsländer voranzubringen. Vereinzelt beziehen sie sich aber auch auf globale Ziele, so etwa auf den Klimaschutz.

Themenfonds

Diese beziehen sich auf festgelegte Sektor. Zum Beispiel auf nachhaltige Rohstoffe, erneuerbare Energien oder auch Kultur und Bildung. Auch soziale Projekte fallen in diesen Bereich.

Stimmrechtsausübung

Last, but not least, ist auch das Anrecht auf Stimmrechtsausübung entscheidungsgebend dafür, in welche Anlage Du investieren solltest. Sie bestimmt schließlich über Dein Mitspracherecht und damit Deine Entscheidungsgewalt.

Wie gewinnversprechend sind nachhaltige Geldanlagen?

Da wir uns an einem weltweiten Wendepunkt befinden, an dem unsere Gesellschaft dazu gezwungen ist, umzudenken, wenn sie den Planeten nicht vollständig ruinieren möchte, haben wir es natürlich mit einem lukrativen Anlagevolumen zu tun. Dieses steigt von Jahr zu Jahr, da auch immerzu neue Technologien hinzukommen, die eine Veränderung vorantreiben können.

Trotzdem solltest Du Dich nicht darauf stürzen, automatisch in jede Idee zu investieren, zu der es ein Startup gibt. Nach der erstmaligen Entwicklung eines Prototyps kommen nämlich mehrere Faktoren ins Spiel, so etwa die Rentabilität und vor allem auch der Zeitfaktor. Hinter fast allem steht eine Lobby, die daran verdienen möchte. Andernfalls hätten wir heute keine Kohlekraftwerke mehr, sondern würden ganz Deutschland nur noch durch erneuerbare Energien versorgen.

Nachhaltige Geldanlagen sind also ein guter Ansatz, um etwas Gutes zu tun, orientieren sich aber dennoch an einem gewissen Profit.

Trotz allem kehren selbst große Investoren vermehrt fossilen Kraftstoffen den Rücken zu und sehen sich anderweitig um. Denn die gute Seite der Medaille: Die Gesellschaft übt einen immer größeren Druck aus, sodass sich selbst die größten Unternehmen dazu gezwungen sehen, ihre Vorgehensweisen umzustrukturieren.

Risiken und Nachteile sind denkbar gering

Viele Projekte, die der Nachhaltigkeit zugutekommen, werden zusätzlich vom Staat gefördert. Es ist also äußerst unwahrscheinlich, dass es hier schnell zum Bankrott kommt. Das macht diese Anlagen zu einigen der sichersten, die es momentan überhaupt gibt.

Woran erkenne ich, dass ein Investment nachhaltig ist?

Bei nachhaltigen Anlagen haben wir es mittlerweile mit einem großen Trendaufschwung zu tun. Interessanterweise gab es besonders mit Start der Coronakrise eine hohe Tendenz, in solche Anlagemöglichkeiten zu investieren.

Unternehmen werden entsprechend geprüft, zudem gibt auch der UN-Richtlinien heraus, an die sich die Firmen zu halten haben, wenn sie unter dem Begriff der Nachhaltigkeit agieren.

Für Privatpersonen ist es schwierig, herauszufinden, ob eine Firma wirklich nachhaltig agiert. Anhand der zuvor genannten Kriterien solltest Du Dir den Geschäftsbericht ansehen. Mittlerweile gibt es immer mehr Unternehmen, die sogar einen speziellen Nachhaltigkeitsbericht anfertigen. In diesen ist leicht ersichtlich, ob die Mindeststandards eingehalten werden.

Für Fonds gibt es mittlerweile einige Gütesiegel, die sich rein auf die Nachhaltigkeit beziehen. Den Marktstandard stellt hier das FNG-Siegel dar.

Was, wenn ein Unternehmen doch gegen die ethischen Grundlagen verstößt?

Meist wirst Du bereits durch die öffentlichen Medien darauf aufmerksam, denn es sind zuerst die größten Investoren, die aufgrund solcher Verstöße abspringen. Wer rein aufgrund der Nachhaltigkeit investiert, zieht die Anlage zurück und geht mit den Verstößen publik. Für das Unternehmen bedeutet das unmittelbar einen Reputationsverlust, wodurch auch dessen Wert automatisch sinkt.

Auf solche Situationen hat sich die Finanzbranche in den letzten Jahren stark sensibilisiert, daher ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Du Deine Investments in voller Höhe zurückerhältst. Nur auf den Gewinn wirst Du in der Regel verzichten müssen.

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Was ist Greenwashing?

Greenwashing stellt bei nachhaltigen Anlagen ebenso ein großes Thema dar.

Viele Unternehmen greifen die Nachhaltigkeit in ihrem Unternehmensbericht auf, ohne tatsächlich dafür einzustehen. Es dient also rein Marketingzwecken. Dies lässt sich nur durch eine eingehende Prüfung feststellen. Besonders bei Fonds bist Du hier im Moment am besten davor bewahrt, in solche Fallen zu tappen, da diese durch die verschiedenen Gütesiegel einem mehrstufigen Verfahren unterzogen werden.

  1. Es wird mit einem Nachhaltigkeitshaus zusammengearbeitet (meistens ASS oder ESG, beide gelten als Marktstandard), die jene Unternehmen anhand von Nachhaltigkeitskriterien analysieren.
  2. Anhand der anfangs beschriebenen Kriterien bleibt nur noch eine gewisse Anzahl an Unternehmen übrig, die den Best-in-Class-Ansatz umsetzen. Aus diesen wiederum werden 60 bis 70 Titel herausgefiltert, die nach klassischen Titeln aufgelistet werden. Dazu zählen allem voran die Wettbewerbspositionen und auch die Wachstumschancen.

Die wichtigsten Vor- und Nachteile von nachhaltigen Anlagen im Schnellüberblick

Vorteile

  • Nachhaltigkeitsprinzip gewinnt auch an der Börse immer mehr Relevanz
  • Starke Risikoreduzierung durch staatliche Förderungen

Nachteile

  • Hohe Nachfrage, da es viele Interessenten gibt
  • Unter Umständen Rechercheaufwand bei der Investitionsauswahl